Samstag, 14. Januar 2017

Kindheit - Gestern und Heute

Wie sah unsere Kindheit, die Jugend aus?

Was unternahmen wir auf der Straße? Dem Hinterhof?

Meine Erinnerungen ranken sich um den Gummitwist, den Bäumen die ich hinaufgeklettert bin, harmlose Streiche wie u.a. das Klingelputzen, was vornehmlich in der Großstadt in München stattfand. In den Ferien auf dem Land sah es anders aus: Wir, meine jüngere Schwester und ich, wir tobten über die Wiesen. Besuchten den nahegelegenen Bauernhof, wo der Großvater sein Fahrzeug unterstellen durfte, denn zum Reihenhaus meiner Großeltern gehörte damals noch keine Garage. Die Begegnung mit Tieren, die mich prägen sollte.

Als wildes Kind fing ich Fliegen, geschwind wie ich war gelang es mir gut. Die lästigen Tierchen, die von der geliebten Oma mit der Fliegenpatsche erlegt wurden, damit sie den frisch gebackenen und herrlich duftenden Streuselkuchen nicht besuchen konnten. Die Neugier ließ mich den Fang begutachten. Grausam, wie eben Kinder sein können, zerlegte ich das Tier. Wofür mir heute die Worte fehlen. Mein Großvater erwischte mich dabei. Er nahm mich beiseite und erklärte mir eindringlich aber mit ruhiger Stimme, dass das Tierchen unter meiner Sezierung leiden und Schmerzen erdulden würde. Die genaueren Worten sind längst aus den grauen Zellen in meinem Kopf gefallen. Jedoch werde ich niemals das Gefühl der Einsicht und Scham vergessen, das mich durchflutete bei der Erkenntnis, die mein Großvater mir vorführte. Mir eine Welt eröffnete, mich in andere Lebewesen zu versetzen...


Und wie sieht's im Gegensatz dazu für die jetzigen Kids aus?

Ein Clip, der mir auffiel, den ich zeigen möchte.

HUF NYC from HUF on Vimeo.

Kommentare:

marie claire hat gesagt…

Liebe Heidrun, der Clip brauchte ein wenig zum Hochladen.
Ich glaube man kann das alles nicht mit der eigenen Kindheit vergleichen, jedenfalls ich nicht mit meiner. So wagemutig waren wir nicht und auch nicht so risikobereit.Wir durften es auch nicht und hatten unsere Regeln in der Gesellschaft. Wenn, dann in anderer Form. Ich hatte meinen Spass nicht auf der Straße ,sondern in der Natur, da bin ich aufgewachsen.Da habe ich auch die frösche aus den gräben gefangen und sie wetthüpfenlassen mit meinem Bruder. heute kann ich keinen Frosch anfassen.
Mit 15 Jahren ging ich in die Großstadt, der totale Gegensatz. Damit kam ich zurecht, weil ich in meiner Kindheit selbständig sein musste und es zwei Seiten gab. Kindsein und auch Erwachsensein, beides. Meine Schule war hart und streng, aber auch Freiheit in der Natur zum Spielen.
So kenne ich die Vorsicht, die Nachsicht und im Alter die Gelassenheit, die damit nicht unbedingt etwas zu tun hat. Bei Jutta das Zitat hat mir gefallen, "Kindsein bewahren",
obwohl ich manches Mal kein Kind sein durfe. Wenn ich schreibe davon, dann die schönen Seiten meiner Kindheit, es waren nicht allzuviele.Trotzdem bin ich positiv geblieben.
Ich habe mal über meine Kindheit kurz geschrieben,nun werde ich es auch mal auf meinen Blog stellen. Ein kurzer Text und viel gesagt.
Danke für deinen Denkanstoß, gut das ich Dich verlinkt habe.

Herzliche , liebe Grüße, Klärchen
Herzliche Grüße, Klärchen

Erica Sta hat gesagt…

Ja, das Hochladen dauert - es geht manchmal sehr langsam. Wie interessant, liebe Marie-Claire was Du zu der eigenen Kindheit in Erinnerung schreibst und ich finde einige Parallelen. Die Natur zum Beispiel. Die Selbstständigkeit, die wir in frühen Jahren uns aneignen mussten, wie es einfach auch so üblich schien in dieser damaligen Zeit. Ich weiß nicht wie alt respektive wie jung Du bist?!

Das ZiB bei Jutta, wo es u.a. heißt das Kind in sich zu bewahren, ja darauf lege ich vermehrt großen Wert. Gerade im kreativen Bereich ist dieses spielerische, die Neugierde, das Suchen und das Erkunden von höchstem Wert. Als erwachsener Mensch darf man niemals vergessen, wie ein Kind fühlt....

...ich danke Dir für Deine geschätzte Meinung, für Deine Stellungnahme.
Liebe Grüßle zurück

Dressed With Soul hat gesagt…

Liebe Heidrun,
das klingt sehr vertraut für mich, wie Du Deine Kindheit verlebt hast. Unsere war wohl noch ein Stückchen "wilder", hier auf dem Land und wir haben die höchsten Abenteuer unternommen. Zum Glück ließen unsere Eltern uns viel Freiraum.
Auch unsere Kinder, die nun 21 und 23 Jahre alt sind, haben die Kindheit noch in relativer Freiheit hier auf dem Land verbracht, denn ich habe versucht, sie zu so viel Eigenständigkeit wie möglich zu erziehen und Ihnen auch entsprechende Freiräume gelassen, damit sie ihre eigenen Abenteuer erleben konnten. Fernsehen war nur einmal in der Woche erlaubt (am Sonntag Sendung mit der Maus) und Computerspielen alle heiligen Zeiten. Handys/Smartphones waren "damals" noch nicht so popular. Ich bin froh, dass diese Kindheit vor einigen Jahren noch für unsere Kinder möglich war, denn ich kann mir vorstellen, es ist heute nicht mehr so ohne weiteres möglich Kinder so zu erziehen, wie wir es getan haben.
Liebe Grüße, Rena
www.dressedwithsoul.com

Erica Sta hat gesagt…

Danke für Deine Stellungnahme, liebe Rena.

Ja, die Generationen nach uns, sprich die Jugend, die heranwachsenden Kinder haben es nicht mehr leicht. Wir sind diesbezüglich wohl einer Meinung. In meinen Augen wird die Welt jedoch kälter, was die Emotionen anbelangt und enger, gewalttätiger und zugleich gieriger. Alles keine erstrebenswerten Aussichten, sei es im Berufsleben und/ oder privat. Ich frage mich öfter, wie rüsten heute die Eltern ihre Kinder aus, damit sie diesem Leben gewachsen sein können!?

Wie schön für Deine Kinder, dass sie zur Eigenständigkeit erzogen wurden - wovon sie sicherlich heute in dem genannten Alter profitieren. Dafür andere Hobbys und Liebhabereien entwickeln konnten? Ich denke spontan an Musik, ein Instrument zu erlernen. Zugleich die unbezahlbar herrliche Freiheit, die das Landleben mit sich bringt.

Liebe Grüßle zurück

Rumpelkammer hat gesagt…


ich hatte als Kind eigentlich alle Freiheiten der Welt..
die Regeln waren Schule.. Mittagessen .. Hausaufgaben und Abendbrot
dazwischen war ich auf Achse..
zu Fuß im Wald ganz alleine.. bei Freundinnen (viele hatte ich nicht).. spielen mit den Nachbarskindern.. es gab ja genug.. nicht wie heute
viel lieber war ich aber bei den Nachbarn..
die waren mein Ersatz für Großeltern..ich klapperte fast jeden Haushalt ab ;)es gab Haustiere.. Omas die einen Schoß hatten auf den man sich kuscheln konnte.. (was die eigenen Enkel meist gar nicht machten..) den ersten Fernsehapperat..beim backen und kochen zuschauen ..einkaufen gehen..Geschichtenn erzählt bekommen..
später mit den Rollschuhen unterwegs..danach das Fahrrad..
ich wurde auch selten gefragt was ich gemacht hatte..es sei den ich kam zu spät heim..
kritisch wurde es erst mit dem ersten "richtigen" Freund..da musste ich den Wecker mitnehmen (weil ich vorher meine "Freiheit" etwas strapaziert hatte :D ) )
es wurde mir dann nur noch eine halbe Stunde Ausgehzeit gewährt....später etwas mehr..
heute ist sowas undenkbar..

liebe Grüße
Rosi