Montag, 17. April 2017

Festtage

...zum gemeinsamen Feiern.

Was macht man so an den Feiertagen? Blöde Frage, denkt ihr! Nun, es gibt genug Menschen, die zum Beispiel trotz des Feiertags - Ostern, Pfingsten, Advent und Weihnachten sowie den vielen anderen religiös oder weltlich verordneten Festtagen arbeiten gehen. Oder auch an etlichen Sonntagen. Die Berufsgruppen sind an und für sich jedem bekannt.

In unserem näheren und ferneren Freundeskreis sind u. a. ein Freund, der bei der Berufsfeuerwehr Dienst hat, eine Freundin ist OP-Krankenschwester oder auch jemand, der im Seniorenheim tätig ist. Nicht zuletzt unsere, die meines Mannes und mir, geleistete Tätigkeit im Verlag.

Nun, eigentlich kenne ich es nicht anders! Über die Jahre zurück geblickt kam es immer wieder vor, dass vor allem mein Mann eingeteilt war, während die verbleibende Familie noch zu Tisch saß und er abfahren musste.

Es bedurfte dafür jeweils einer anderen Zeiteinteilung, damit wir den Feierlichkeiten beiwohnen konnten. Natürlich, wird der verständige Leser jetzt einwenden, dass es dafür eine entsprechende Entlohnung gab und / oder nachträglich Freizeit. Seid versichert, es bedeutet ein intensiveres Begehen der jeweiligen Feiertage. Es ist tatsächlich um ein vielfaches anstrengender diese Schichten über die Jahre auszuhalten und bedarf eines sonst ruhigen ausgleichenden Lebens.


... und ab und an einem Dankeschön, dass Du, Du und Du 
etwas für die Gemeinschaft leistest, während ich mich ausruhen 
und freuen kann beim Feiern!


Dank für empfang'ne Wohltat wird
ein Edler nie vergessen.
Dank für erwies'ne Wohltat wird
ein Edler nie erpressen.
Daniel Sanders

(1819 - 1897), deutscher Lexikograf, Sprachforscher und Lehrer

Mittwoch, 22. März 2017

Die Seele der Erde

So lautet die Übersetzung von Kamut, einer uralten Getreidesorte, dessen Körner man seinerzeit als Grabbeigabe in einem ägyptischen Grab entdeckt hatte.

Warum es heute hier erwähnen?! Nun, es gilt mehr den je sich bewusst, gesund und ausgewogen zu ernähren. Ein großes Thema: Was koche ich heute, was gibt es morgen auf den Tisch?

Im Gespräch mit der Freundin kam mir unlängst der Gedanke wieder einmal selbst einen Nudelteig zu erstellen und dann weiter daraus Teigtaschen zu machen.

Doch ein Blick in die Vorratsecke verriet, dass dafür das Mehl fehlt. Also galt es entsprechend einzukaufen. So stolperte ich quasi über den Begriff Kamut  *klick (verlinkt mit der Kamut-Website) was wie erwähnt übersetzt: Seele der Erde bedeutet.

Ist das nicht wunderschön?


::: Onkel beziehungsweise Tante Wiki klärt auf :::

Khorasan-Weizen (Triticum turgidum × polonicum), auch Kamut genannt, ist eine alte Sorte des Sommerweizens, die nach genetischen Untersuchungen eine natürliche Hybride aus Hartweizen (Triticum durum) und einer Weizen-Wildform Triticum polonicum ist. 

Wie der Name der Weizensorte („Khorasan-Weizen“) andeutet, wird nach dem gegenwärtigen Stand der genetischen Forschung von einem Ursprung aus Chorasan, der Nordostprovinz des Iran, ausgegangen. Erstmals beschrieben wurde die Sorte bereits im Jahre 1921Die Anbaugebiete waren ursprünglich der Fruchtbare Halbmond (ÄgyptenLevanteAnatolienIrakIran) und der Kaukasus (ArmenienAserbaidschanRusslandUsbekistan und Dagestan). 

Charakteristisch ist die schwarz begrannte Ähre und ein Korn, das deutlich länger ist als das des Hartweizens. Die Sorte eignet sich wie Hartweizen besonders zur Herstellung von Teigwaren.

Der Khorasanweizen zählt, wie Einkorn und Emmer, zu den ältesten kultivierten Getreidearten. Einkorn und Emmer wurden bereits vor 10.000, Khorasanweizen vor etwa 6.000 Jahren angebaut. Die alten Getreidearten liefern weit geringere Erträge als die neueren Kulturformen. Sie sind anspruchsloser und unempfindlicher gegenüber Krankheiten und Schädlingsbefall. 

Da Khorasanweizen kaum auf Kunstdünger anspricht, war die Sorte für die konventionelle Landwirtschaft nie interessant. Es ist ein ideales Korn für den Bio-Anbau, das allerdings warmes und trockenes Klima bevorzugt. In Deutschland sind die klimatischen Voraussetzungen für den Anbau schwierig.

Erinnerung gleicht einem Speicher;
Mit jedem Tag füllt er sich neu –
An Weizen leer, ist überreich er
Gar oft an inhaltsloser Spreu.
Um jede Thorheit fortzubringen,
Braucht' es der Säcke Legion –
Die Körnlein von gedieg'nen Dingen –
Die trüge leicht ein Spatz davon.

Unbekannt
Quelle: Aus den Fliegenden Blättern, ersch. 1845-1928 bei Braun &
Schneider, München. Originaltext


Donnerstag, 2. März 2017

Stimmung

Dauernd fröhlich lachend, geht kaum.

Der Alltag holt uns schnell ein, wenn Sorgen, Schmerzen und Not und Trauer an die Tür klopfen, polternd hereintrampelt, ohne eingeladen worden zu sein. Das betrifft natürlich eine jegliche Altersgruppe, Belastungen sind altersunabhängig.

Es gilt sich selbst schnellstens herausziehen aus einem Tief und das fordert einen enormen Kraftakt, dem nicht jeder gewachsen ist. In den letzten Wochen wurde ich sensibilisiert, durch verschiedene Gespräche mit einzelnen Menschen aufmerksam gemacht. Wir leben in einer schnellen Welt, lauten, grellen und zum Teil oberflächlichen Welt. Wie kann man - verallgemeinert - mit diesem Thema umgehen?!

Ich möchte mit unterschiedlichen Mustern aufzeigen, wie andere Mitmenschen es leisten und nicht zuletzt meine eigene Umsetzung mit dem Schmerzalltag als Arthrosepatientin beschreiben...

...Aktuell - genau gesagt seit gestern, dem politischen Aschermittwoch - liegen wir (der Schatz & ich) auf der Nase. Jeder für sich, es geht nur so. Auf der Nase?! In Wirklichkeit läuft sie rasend, die besagte Nase, ununterbrochen. Es ist weiß-Gott nicht dramatisch! Es gibt wesentlich schlimmere Dinge im Leben. Allerdings, ja - es ist lästig. Frau steht nämlich auf der Leiter und soll soundsoviele Bilder für die bevorstehende Vernissage "COLLAGERIE" (klingt das nicht toll!?) aufhängen. Die verantwortliche Ansprechpartnerin ist selbst erkrankt. Sonst kennt sich im Haus niemand aus, beziehungsweise es kam der Satz:" Wir schließen um 17 Uhr!" Als wollten wir nur annähernd so lange bleiben. Nein, es wurden einige meiner Kunstschätzchen angebracht. Es ist zudem das falsche Stockwerk. Die Bilder, die meinigen, sollten in den zweiten Stock. Jetzt hängen sie in der dritten Etage. Irgendetwas in mir fragt, wie es weitergeht. TickTack... die Zeit verrinnt.



Man sagt "in jungen Jahren" und "in alten Tagen". Weil die Jugend Jahre, das Alter nur noch Tage vor sich hat?

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

(1830 - 1916), österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1893