Donnerstag, 12. Oktober 2017

Lebensgefühl(e)

Gestern beim Freundinnen-Frühstück kam u.a. das Gespräch auf unsere unterschiedlichen Lebensführungen.

Wie leben wir eigentlich?!

Durchsetzt von Hektik, Termindruck der zum Beispiel dazu führte, dass eine liebe Freundin ihren Geldbeutel liegen ließ und verloren glaubte, ja sogar vermutet hatte, dass er ihr gestohlen worden war. Bis die Kreditkarte gesperrt und alles erdenkliche erledigt war, vergingen Stunden der Ängste und Sorgen! Oh, wie bekannt mir das Gefühl vorkommt!

Die Geldbörse fand sich schließlich nach Tagen unversehrt wieder ein - glücklicherweise(!), doch zu welchem Preis der nervenaufreibenden Aktivitäten, die damit einhergegangen waren.

Lässt sich das vermeiden, frage ich mich?

Eventuell können wir an unserer Lebensführung so weit schrauben, um dererlei zu vermeiden...




Lagom? Lagom!

Lagom ist ein Wort aus dem Schwedischen, das ich im Autoradio bei Deutschlandfunk Kultur aufschnappte und später verfolgte. Dieses Wort, für das es keine adäquate Übersetzung ins Deutsche gibt, hatte mich neugierig gemacht. Auch das Norwegische (sowie die beiden Schriftsprachen Bokmål und Nynorsk) kennen das Wort, wie ich nachlesen konnte.

Herausgefunden habe ich schließlich folgendes:
Lagom umschreibt eine in Schweden typische Einstellung, nämlich die Ablehnung von Extremem, stattdessen die bewusste Wahl des gesunden Mittelmaßes. Lagom heißt also  „gerade richtig“, eben nicht zu viel und nicht zu wenig. Und ich freue mich darüber und empfinde das als ein richtig gutes Motto.

So lässt beispielsweise die berühmte Autorin Astrid Lindgren in ihrem Roman "Emil i Lönneberga "(Michel aus Lönneberga) Emils Mutter sagen, als der Vater danach fragt, wie sie die „köttbullar“ (Fleischklößchen) für das Ortsfest mache: „Lagom stora, lagom runda och lagom bruna“  - So groß, rund und braun, wie sie sein müssen. Beispielsweise würde es in Schweden meist als positiv angesehen, wenn das Wetter im Urlaub lagom warm ist, man auf der Autobahn lagom schnell vorankommt und die Portionen im Restaurant lagom groß sind.

Der Ursprung...

Laut einem Mythos gehe der Ausdruck auf den Vorgang eines herumgehenden Trinkhorns oder Bechers zurück, der genau so viel enthalten soll, dass jeder in der Runde einmal und gleich viel davon trinken kann - die ganze Mannschaft, vermutlich am Lagerfeuer sitzend, deswegen „laget om“ (sinngemäß zu übersetzen als „einmal für die ganze Mannschaft“), verkürzt zu „

Übrigens...

Lagom (gewöhnlich „laghum“ geschrieben) war die frühere Form des Dativs im Plural von lag (Gesetz; rechte Ordnung), wobei dabei auf kein juristisches Gesetz verwiesen werden musste. Die heutige Bedeutung ist eher abgeschwächt und hat neben „gemäß rechter Ordnung“ auch die Bedeutung von „passend“, „weder zu wenig noch zu viel“.

Dienstag, 25. Juli 2017

Wie denkt WER...

...über das Alter!?

Kleine und größere Grübeleien

Wie wird man eigentlich alt - oder wie bleibt man ewig jung?!

Eine Frage, die uns Menschen seit Ewigkeiten beschäftigt. Denke ich beispielsweise an die Idee des Jungbrunnens. Wir möchten zwar länger leben doch keinesfalls alt aussehen!



Die Suche nach der Quelle der ewigen Jugend wird bereits im Alexanderroman geschildert und fand unter anderem hierüber im Orient – besonders in der syrischen Literatur, nach manchen Deutungen auch im Koran (Sure 18,60–64) – wie im Okzident Verbreitung.
Der spanische Konquistador Juan Ponce de León suchte auf seiner Expedition nach Florida 1513 vergeblich nach dem verheißenen Jungbrunnen. Möglicherweise folgte er dabei Gerüchten von einer Insel Bimini, auf der sich ein Brunnen der Jugend befinde.
"Modern behandelt Anti-Aging sich mit dem Thema und bietet für fast jeden Geldbeutel, jeden Geschmack von Kopf bis Fuß geeignete Produkte an. Ich zitiere weiter "die Lebensqualität im Alter möchte lange auf hohem Niveau erhalten werden und das Leben insgesamt verlängert sein. Verwendet wird dieser Begriff in der Medizin, von Ernährungswissenschaftlern, der Nahrungsergänzungsmittelindustrie, von Kosmetikherstellern und auch teilweise im Zusammenhang mit Schönheitsoperationen." 

Anti-Aging ist also ein Marketingbegriff.



Man sagt "in jungen Jahren" und "in alten Tagen".
Weil die Jugend Jahre, das Alter nur noch Tage vor sich hat?



(1830 - 1916), österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin
Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1893

Mein persönliches Programm.

In den Jahrzehnten hat sich mein Fitnessverhalten gewaltig geändert - es musste der gesundheitlichen Situation angepasst werden. Früher spielte ich Volleyball, macht Taekwondo, in der Halle wurde der Squashball geschlagen...

...heute bin mit einem Aquafitprogamm besser bedient - was, wie weiter unten beschrieben nicht stattfindet.


Existiert denn der Mensch nur für einen bestimmten Lebensabschnitt?
Ist die Kindheit nur Ouvertüre, das Alter nur Epilog?

(1831 - 1919), deutsche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin
Quelle: Dohm, Werde, die du bist, 1894


Was ich sonst FÜR mein Alter tue?!

Nicht mehr rauchen zum Beispiel. Ein Laster, das ich allerdings vor Jahren bereits erfolgreich ablegen konnte. Es fehlt kein bisschen. Der einzige Nachteil: Die Gewichtszunahme! Was natürlich auch dem zunehmenden Alter geschuldet ist, beziehungsweise meiner persönlichen Lebenssituation, der wachsenden Einschränkung der Bewegung. Da setze ich gezielt an und versuche dagegen zu rudern. Die erwähnte AquaFit Stunde fällt jedoch in Ermangelung eines Schwimmbeckens buchstäblich ins Wasser. Sparmaßnahmen! Die Hessingklinik, die als renommiertes Krankenhaus in Augsburg explizit die Anlaufstelle war, deren Bewegungsbad wurde aus Kostengründen eingestellt. Es gibt zwar im Alten Stadtbad ein Programm, doch die Bedingungen - nämlich die Wassertemperatur - ist weniger ideal.

Nun e-bike ich! Beziehungsweise versuche dies gezielt in meinen Alltag einzubauen.

Der Mensch weiß erst dann, was er leisten kann,
wenn er es versucht.
(1778 - 1827), eigentlich Niccolo Foscolo, italienischer Dichter,
Romancier und Dramatiker

Montag, 17. April 2017

Festtage

...zum gemeinsamen Feiern.

Was macht man so an den Feiertagen? Blöde Frage, denkt ihr! Nun, es gibt genug Menschen, die zum Beispiel trotz des Feiertags - Ostern, Pfingsten, Advent und Weihnachten sowie den vielen anderen religiös oder weltlich verordneten Festtagen arbeiten gehen. Oder auch an etlichen Sonntagen. Die Berufsgruppen sind an und für sich jedem bekannt.

In unserem näheren und ferneren Freundeskreis sind u. a. ein Freund, der bei der Berufsfeuerwehr Dienst hat, eine Freundin ist OP-Krankenschwester oder auch jemand, der im Seniorenheim tätig ist. Nicht zuletzt unsere, die meines Mannes und mir, geleistete Tätigkeit im Verlag.

Nun, eigentlich kenne ich es nicht anders! Über die Jahre zurück geblickt kam es immer wieder vor, dass vor allem mein Mann eingeteilt war, während die verbleibende Familie noch zu Tisch saß und er abfahren musste.

Es bedurfte dafür jeweils einer anderen Zeiteinteilung, damit wir den Feierlichkeiten beiwohnen konnten. Natürlich, wird der verständige Leser jetzt einwenden, dass es dafür eine entsprechende Entlohnung gab und / oder nachträglich Freizeit. Seid versichert, es bedeutet ein intensiveres Begehen der jeweiligen Feiertage. Es ist tatsächlich um ein vielfaches anstrengender diese Schichten über die Jahre auszuhalten und bedarf eines sonst ruhigen ausgleichenden Lebens.


... und ab und an einem Dankeschön, dass Du, Du und Du 
etwas für die Gemeinschaft leistest, während ich mich ausruhen 
und freuen kann beim Feiern!


Dank für empfang'ne Wohltat wird
ein Edler nie vergessen.
Dank für erwies'ne Wohltat wird
ein Edler nie erpressen.
Daniel Sanders

(1819 - 1897), deutscher Lexikograf, Sprachforscher und Lehrer