Mittwoch, 22. März 2017

Die Seele der Erde

So lautet die Übersetzung von Kamut, einer uralten Getreidesorte, dessen Körner man seinerzeit als Grabbeigabe in einem ägyptischen Grab entdeckt hatte.

Warum es heute hier erwähnen?! Nun, es gilt mehr den je sich bewusst, gesund und ausgewogen zu ernähren. Ein großes Thema: Was koche ich heute, was gibt es morgen auf den Tisch?

Im Gespräch mit der Freundin kam mir unlängst der Gedanke wieder einmal selbst einen Nudelteig zu erstellen und dann weiter daraus Teigtaschen zu machen.

Doch ein Blick in die Vorratsecke verriet, dass dafür das Mehl fehlt. Also galt es entsprechend einzukaufen. So stolperte ich quasi über den Begriff Kamut  *klick (verlinkt mit der Kamut-Website) was wie erwähnt übersetzt: Seele der Erde bedeutet.

Ist das nicht wunderschön?


::: Onkel beziehungsweise Tante Wiki klärt auf :::

Khorasan-Weizen (Triticum turgidum × polonicum), auch Kamut genannt, ist eine alte Sorte des Sommerweizens, die nach genetischen Untersuchungen eine natürliche Hybride aus Hartweizen (Triticum durum) und einer Weizen-Wildform Triticum polonicum ist. 

Wie der Name der Weizensorte („Khorasan-Weizen“) andeutet, wird nach dem gegenwärtigen Stand der genetischen Forschung von einem Ursprung aus Chorasan, der Nordostprovinz des Iran, ausgegangen. Erstmals beschrieben wurde die Sorte bereits im Jahre 1921Die Anbaugebiete waren ursprünglich der Fruchtbare Halbmond (ÄgyptenLevanteAnatolienIrakIran) und der Kaukasus (ArmenienAserbaidschanRusslandUsbekistan und Dagestan). 

Charakteristisch ist die schwarz begrannte Ähre und ein Korn, das deutlich länger ist als das des Hartweizens. Die Sorte eignet sich wie Hartweizen besonders zur Herstellung von Teigwaren.

Der Khorasanweizen zählt, wie Einkorn und Emmer, zu den ältesten kultivierten Getreidearten. Einkorn und Emmer wurden bereits vor 10.000, Khorasanweizen vor etwa 6.000 Jahren angebaut. Die alten Getreidearten liefern weit geringere Erträge als die neueren Kulturformen. Sie sind anspruchsloser und unempfindlicher gegenüber Krankheiten und Schädlingsbefall. 

Da Khorasanweizen kaum auf Kunstdünger anspricht, war die Sorte für die konventionelle Landwirtschaft nie interessant. Es ist ein ideales Korn für den Bio-Anbau, das allerdings warmes und trockenes Klima bevorzugt. In Deutschland sind die klimatischen Voraussetzungen für den Anbau schwierig.

Erinnerung gleicht einem Speicher;
Mit jedem Tag füllt er sich neu –
An Weizen leer, ist überreich er
Gar oft an inhaltsloser Spreu.
Um jede Thorheit fortzubringen,
Braucht' es der Säcke Legion –
Die Körnlein von gedieg'nen Dingen –
Die trüge leicht ein Spatz davon.

Unbekannt
Quelle: Aus den Fliegenden Blättern, ersch. 1845-1928 bei Braun &
Schneider, München. Originaltext


Donnerstag, 2. März 2017

Stimmung

Dauernd fröhlich lachend, geht kaum.

Der Alltag holt uns schnell ein, wenn Sorgen, Schmerzen und Not und Trauer an die Tür klopfen, polternd hereintrampelt, ohne eingeladen worden zu sein. Das betrifft natürlich eine jegliche Altersgruppe, Belastungen sind altersunabhängig.

Es gilt sich selbst schnellstens herausziehen aus einem Tief und das fordert einen enormen Kraftakt, dem nicht jeder gewachsen ist. In den letzten Wochen wurde ich sensibilisiert, durch verschiedene Gespräche mit einzelnen Menschen aufmerksam gemacht. Wir leben in einer schnellen Welt, lauten, grellen und zum Teil oberflächlichen Welt. Wie kann man - verallgemeinert - mit diesem Thema umgehen?!

Ich möchte mit unterschiedlichen Mustern aufzeigen, wie andere Mitmenschen es leisten und nicht zuletzt meine eigene Umsetzung mit dem Schmerzalltag als Arthrosepatientin beschreiben...

...Aktuell - genau gesagt seit gestern, dem politischen Aschermittwoch - liegen wir (der Schatz & ich) auf der Nase. Jeder für sich, es geht nur so. Auf der Nase?! In Wirklichkeit läuft sie rasend, die besagte Nase, ununterbrochen. Es ist weiß-Gott nicht dramatisch! Es gibt wesentlich schlimmere Dinge im Leben. Allerdings, ja - es ist lästig. Frau steht nämlich auf der Leiter und soll soundsoviele Bilder für die bevorstehende Vernissage "COLLAGERIE" (klingt das nicht toll!?) aufhängen. Die verantwortliche Ansprechpartnerin ist selbst erkrankt. Sonst kennt sich im Haus niemand aus, beziehungsweise es kam der Satz:" Wir schließen um 17 Uhr!" Als wollten wir nur annähernd so lange bleiben. Nein, es wurden einige meiner Kunstschätzchen angebracht. Es ist zudem das falsche Stockwerk. Die Bilder, die meinigen, sollten in den zweiten Stock. Jetzt hängen sie in der dritten Etage. Irgendetwas in mir fragt, wie es weitergeht. TickTack... die Zeit verrinnt.



Man sagt "in jungen Jahren" und "in alten Tagen". Weil die Jugend Jahre, das Alter nur noch Tage vor sich hat?

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

(1830 - 1916), österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1893



Samstag, 14. Januar 2017

Kindheit - Gestern und Heute

Wie sah unsere Kindheit, die Jugend aus?

Was unternahmen wir auf der Straße? Dem Hinterhof?

Meine Erinnerungen ranken sich um den Gummitwist, den Bäumen die ich hinaufgeklettert bin, harmlose Streiche wie u.a. das Klingelputzen, was vornehmlich in der Großstadt in München stattfand. In den Ferien auf dem Land sah es anders aus: Wir, meine jüngere Schwester und ich, wir tobten über die Wiesen. Besuchten den nahegelegenen Bauernhof, wo der Großvater sein Fahrzeug unterstellen durfte, denn zum Reihenhaus meiner Großeltern gehörte damals noch keine Garage. Die Begegnung mit Tieren, die mich prägen sollte.

Als wildes Kind fing ich Fliegen, geschwind wie ich war gelang es mir gut. Die lästigen Tierchen, die von der geliebten Oma mit der Fliegenpatsche erlegt wurden, damit sie den frisch gebackenen und herrlich duftenden Streuselkuchen nicht besuchen konnten. Die Neugier ließ mich den Fang begutachten. Grausam, wie eben Kinder sein können, zerlegte ich das Tier. Wofür mir heute die Worte fehlen. Mein Großvater erwischte mich dabei. Er nahm mich beiseite und erklärte mir eindringlich aber mit ruhiger Stimme, dass das Tierchen unter meiner Sezierung leiden und Schmerzen erdulden würde. Die genaueren Worten sind längst aus den grauen Zellen in meinem Kopf gefallen. Jedoch werde ich niemals das Gefühl der Einsicht und Scham vergessen, das mich durchflutete bei der Erkenntnis, die mein Großvater mir vorführte. Mir eine Welt eröffnete, mich in andere Lebewesen zu versetzen...


Und wie sieht's im Gegensatz dazu für die jetzigen Kids aus?

Ein Clip, der mir auffiel, den ich zeigen möchte.

HUF NYC from HUF on Vimeo.